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Nach dem Winter kommt der Frühling, auch in Kaliningrad
Der erste richtige Schnee fiel im Gebiet am 5 Januar 2017. Das wissen wir ganz genau, weil wir unsere Tochter, die in Deutschland studiert, zum Busbahnhof in Kaliningrad brachten. Eigentlich immer noch etwas ungewöhnlich für uns Sibirier- mit Bus überall in ganz Europa fahren zu können.

Dann war der Schnee und das Glatteis zwei Wochen lang fester Bestandteil des hiesigen Lebens. Minus 10 in der Nacht und fast 2 Wochen so - das fanden die Einheimischen fast unerträglich. Täglich berichteten die Medien von zahlreichen Unfällen usw.

Nach zwei Wochen Winter war es etwas wärmer für ca. 5 Tage, dann im Februar noch eine Woche Schnee-und Glatteischaos.

Kurz und gut: wir waren 2 Monate lang nicht in Kaliningrad. Dann kam plötzlich der Frühling, mit 10 Grad plus. Da wollten wir unbedingt in die Stadt, um zu schauen was da Neues ist.

BILD: Straßenmusiker ist wieder da!

Taxi in die Zone
Kurz vorher besuchten wir in Kulikowo die Spielzone. Das war der erste Punkt, den wir entdeckten.

Neben dem Musiker gleich am Kaufzentrum Europa stehen Taxis mit Werbung für die Casinos: 500 Rubel für die Hinfahrt.

Ein Gespräch mit dem Fahrer: ' Ja, die Nachfrage ist da. Jetzt noch nicht viel. Aber zum Frauentag kommen Scharen von Geldbeuteln aus den zwei Hauptstädten- da haben wir bestimmt viel zu tun'.

Zeituhr für WM 2017
Wieder in unmittelbarer Nähe machten wir eine andere kleine Entdeckung: die Zeituhr für WM 2017. Da lassen sich die Kaliningrader sehr gerne neben der Uhr fotografieren.

Mutter Heimat in Kaliningrad
Ein beliebtes Fotomotiv ist das Denkmal "Mutter Heimat".

Herrenlose Hunde...
... freuen sich auch auf den Frühling. Ist aber ein akutes Problem in Kaliningrad, welches gelöst werden muss.

Etwas Rätselhaftes...
... eine kleine umrahmte Anhöhe...

Kadetenschule der Ostseemarine
Der Komplex ist sehr gut restauriert. Rechts befindet sich das Bildungsministerium des Gebiets. Niemand aber wusste, was diese kleine Anhöhe in der Nähe war.

Ein Fantom
Die Vorfahren der heutigen Kaliningrader kamen hierher meistens aus zertrümmerten Regionen der Ukraine, Weißrussland- und Westrussland mit max. 2 Koffer pro Familie. Königsberg lag in Schutt und Asche. Der Hass war so groß, dass zuerst man alles zerstören wollte, was mit dem alten Leben zu tun hatte.

So kamen die Plattenbauten, die genauso in jeder sowjetischer Stadt aussahen. Dann war auch die SU zu Ende. Die Suche nach eigener Identität startete. Und da kam die Entdeckung, dass die Nazies eigentlich sehr kurze Zeit regierten, dass Königsberg eine sehr schöne Stadt war. Es war auch eine Kulturstadt mit sehr langer Geschichte und regen Kontakten mit dem Osten.

Wir finden nichts Verkehrtes, dass die Einheimischen auf eigene Art auf Königsberg stolz sind. Aber das alte Königsberg ist nicht mehr da. Die Stadt ist ein Fantom, welches immer in Kaliningrad präsent ist.

BILD: eine Unterführung im Kaliningrader Zentrum.

Blick auf die ganze Unterführung mit Bildern von Königsberg

Oberteich oder eine Stadt außer Königsberg?
In den meisten seriösen Geschäften von Kaliningrad hängen Bilder von Königsberg. Wir haben nach diesem Bild gefragt. Da war die Antwort der Verkäuferin, dass dies vermutlich die Gegend um den Oberteich wäre. Mit unseren wenigen Kenntnissen zweifelten wir aber daran. Da haben wir der Verkäuferin versprochen, dass wir später genau sagen, wo das war. Bis jetzt konnten wir aber die Gegend nicht identifizieren. Wir suchen weiter!